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Programm 2023

Mittwoch, 15. November

Forum Wissenschaftskommunikation 2023

10–12.30 Uhr Satellitenprogramm

Bitte beachten Sie die individuellen Zeiten für die jeweiligen Angebote!

Gesundheit! Eine Science-Seeing-Tour durch die Bielefelder Altstadt

Bielefeld Marketing, 10.00–12.30 Uhr
Treffpunkt: Rathausvorplatz: Niederwall 23-25, 33602 Bielefeld

Was hat ein ehemaliges Kloster mit Robotern zu tun? Wo trifft eine Krankenschwester auf einen Rechtsanwalt? Und in welcher Verbindung stehen unsere Durchblutung und der Fluss Lutter? Die Auflösung bietet diese „Science-Seeing“-Tour, eine interaktive Wissenstour durch Bielefeld, die zahlreiche Fragen zu Medizin und Gesundheit beantwortet und nebenbei spannende Spots der Stadt und deren Geschichte erkundet. Auf der Tour dürfen Sie mitmachen, experimentieren und tüfteln – beim Zuhören allein bleibt es nicht.

Gründergeist@Bielefeld – von Traditionsunternehmen und Start-ups

Bielefeld Marketing, 10.00–12.00 Uhr
Treffpunkt: Wissenswerkstadt, Wilhelmstraße 3, 33602 Bielefeld

Diese Führung bietet Ihnen die Chance, die Altstadt auf ganz andere Weise zu erleben. Thematisch geht es um Bielefelder Start-ups sowie Traditionsunternehmen, über Innovationen und Nachhaltigkeit, über süße Erfolgsrezepte sowie Kunst im öffentlichen Raum. Auch der Genuss kommt nicht zu kurz: Dafür sorgt eine leckere Erfrischung im „Harms Markt“ in der Bielefelder Altstadt.

Uni-Campus-Tour (entfällt)

Universität Bielefeld, 10.00–12.00 Uhr
Treffpunkt: Universität Bielefeld, Universitätsstraße 25, 33615 Bielefeld (Ende der überdachten Fußgängerbrücke in Richtung Universität Bielefeld)

Der Campus Bielefeld wächst und verändert sich: Lernen Sie bei einer Führung das markante Universitätshauptgebäude kennen und bekommen einen Überblick zu den laufenden sowie den bereits abgeschlossenen Baumaßnahmen auf dem Campus Süd. Auf der Tour werden nicht nur die Herausforderungen für die Kommunikation und getroffene Maßnahmen in diesem Veränderungsprozess thematisiert, sondern auch Wissenswertes über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Universität Bielefeld vermittelt.

Einblick ins KI-Labor: Wie medizinische Assistenzsysteme entwickelt werden

Universität Bielefeld, 10.30–11.30 Uhr
Treffpunkt: Universität Bielefeld, Gebäude R.1, Morgenbreede 1, 33615 Bielefeld (Stadtbahnhaltestelle Bültmannshof, von dort ca. 10 Min. Fußweg)

Diverse medizinische Assistenzsysteme unterstützen heutzutage Menschen bei physischen und kognitiven Aufgaben. In den an der medizinischen Fakultät der Universität Bielefeld angesiedelten Arbeitsgruppen „Medizinische Assistenzsysteme“ und „Interaktive Robotik in Medizin und Pflege“ werden solche effektiven und intelligenten Assistenzsysteme entwickelt, die flexibel mit Angehörigen, Ärzt*innen, Patient*innen und Pfleger*innen interagieren. Das Ziel ist, durch Studien und Technologieentwicklung Menschen ein autonomes und gesundes Leben zu ermöglichen sowie im Wohlbefinden und bei der gesellschaftlichen Partizipation zu unterstützen. Erhalten Sie Einblicke in die Forschung der Arbeitsgruppen und sehen Sie Prototypen der Roboter und KI-Systeme in Aktion.

Transfer erleben – vier Stationen, eine Hochschule

Hochschule Bielefeld, 10.30–12.00 Uhr
Treffpunkt: Hauptgebäude Hochschule Bielefeld, Interaktion 1, 33619 Bielefeld

Die Hochschule Bielefeld (HSBI) widmet sich vielen spannende Herausforderungen – etwa auf den Gebieten der Digitalisierung und Nachhaltigkeit, aber auch der Bewältigung des demografischen Wandels und der Pflege. An der HSBI greifen Forschung, Lehre und Transfer stetig ineinander. Mit mehr als 10.500 Studierenden ist die HSBI die größte Hochschule für angewandte Wissenschaften in Ostwestfalen-Lippe. Die Tour führt zuerst durch das Hebammen-Skill-Lab. Danach können die Tücken des Älterwerdens mithilfe eines Alterssimulationsanzugs am eigenen Körper erfahren werden. In der HSBI-Experimentierhalle wird aufgezeigt, wie Kunststoffverarbeitung auch energieeffizient funktioniert, und in der Bibliothek gibt es außerdem Einblicke in die Forschung zu digitaler Lehre.

Die Sparrenburg: Fürstenhof, Griesgram, Berglust (entfällt)

Bielefeld Marketing, 10.30–12.00 Uhr
Treffpunkt: Besucher-Informationszentrum Sparrenburg, Am Sparrenberg 40, 33602 Bielefeld

Entdecken Sie die auf dem Kamm des Teutoburger Waldes oberhalb der Altstadt thronende Sparrenburg – das Wahrzeichen der Stadt Bielefeld! Im 13. Jahrhundert zum Schutz von Stadt und Handelswegen erbaut, hat die Burg im Laufe der Jahrhunderte einiges erlebt. Sie war Verwaltungssitz und Fürstenhof, Kreisgefängnis sowie beliebtes Ausflugsziel seit der Zeit der Burgenromantik. Erfahren Sie bei einem Rundgang mehr über das Burggelände und die wechselhafte Geschichte der Anlage, welche Verwendung die verschiedenen Burgherren für sie hatten und welche regionalen und überregionalen Persönlichkeiten hier eingekerkert waren.

Blick hinter die Kulissen der zukünftigen Wissenswerkstadt Bielefeld

Wissenswerkstadt Bielefeld, 11.00–12.30 Uhr
Treffpunkt: Wissenswerkstadt, Wilhelmstraße 3, 33602 Bielefeld

Mitten in der Bielefelder Innenstadt entsteht mit der Wissenswerkstadt ein innovativer Ort für die Begegnung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Mitmachen und Experimentieren, Tüfteln und Ausprobieren, Debattieren und Verstehen, Lernen und Lachen – dafür soll es Platz auf 2800 Quadratmetern Platz geben. Das Team der Wissenswerkstadt führt durch das Gebäude und hinter die Kulissen, gibt Einblick in Konzept und Planung.

10–12.30 Uhr Pre-Conference-Workshops

Workshop Unterstützer I (ZEIT Verlagsgruppe): MY COMMUNITY TALKS: Ein Format der ZEIT Verlagsgruppe zur dialogorientierten Debattenkultur

Referent*in: Ulrike Zimmermann, ZEIT Verlagsgruppe
Interaktives Format, 150 Minuten
10.00–12.30 Uhr

DEUTSCHLAND SPRICHT – wer hat nicht schon mal von der innovativen Idee von ZEIT ONLINE gehört, die 2017 zunächst national und später auch mit EUROPE TALKS international eine dialogorientierte Debattenkultur angestoßen hat. Innerhalb der ZEIT Verlagsgruppe wurde die Idee zu weiteren Formaten wie My Company Talks oder My Community Talks weiterentwickelt. Wie dieses Konzept strategisch und praktisch auch für die eigene Community genutzt werden kann, soll dieser Workshop zeigen. Nach einer kurzen Einführung zur Historie und gemachten Erfahrungen werden die Teilnehmenden gemeinsam Ideen, kontroverse Fragestellungen und anschließend die konkrete Situation eines Gesprächspartner-Matchings kennenlernen und erarbeiten.

Workshop Unterstützer II (Bundesministerium für Bildung und Forschung / Wissenschaftsjahr): #FactoryWisskomm: Debattieren und Handeln für gute Wissenschaftskommunikation

Moderation: Cordula Kleidt, BMBF
Interaktives Format (World Café), 150 Minuten
10.00–12.30 Uhr

Wer benötigt welche Kompetenzen für gute Wissenschaftskommunikation? Wie erreichen wir Personen, die sonst wenig mit Wissenschaft zu tun haben? Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich die #FactoryWisskomm. Auf der vom BMBF initiierten Diskursplattform werden Expertisen und Sichtweisen ausgetauscht, gemeinsam Lösungen erarbeitet und Akteure aus u. a. Wissenschaft, Kommunikation, Politik, Medien und Zivilgesellschaft vernetzt. Workshop-Teilnehmende erhalten aktuelle Einblicke in die #FactoryWisskomm und sind eingeladen, gemeinsam zu den Handlungsfeldern „Kompetenzaufbau“ sowie „Diversität von Zielgruppen & Zugänglichkeit“ zu diskutieren und mehr über Beteiligungsmöglichkeiten zu erfahren.

Referent*innen:
Cordula Kleidt, BMBF
Harald Franzen, BMBF
Dr. Katja Knuth-Herzig, Zentrum für Wissenschaftsmanagement e. V.
Philipp Schrögel, Universität Heidelberg

Zusätzliches Angebot

#MultiplySciComm: Gemeinsam für mehr Reichweite und Aufmerksamkeit auf Social Media

Durchführung: Rune Miram und Dr. Mathias Jaudas, Universität der Bundeswehr München
Zusätzliches Angebot, ca. 15 Minuten
15.11. ab 12:30 bis 16.11. 18:30 Uhr

Sie betreiben Wissenschaftskommunikation auf Social Media und wünschen sich für Ihr Projekt und Ihren Content mehr Reichweite und Aufmerksamkeit? Dann besuchen Sie (1–3 Personen) in einer freien Minute unseren Streitkultour-Mediatruck vor dem Haupteingang des Veranstaltungsgeländes! In kurzen, lockeren Interviews möchten wir mit Ihnen vor der Kamera über Ihr Wisskomm-Projekt sprechen. Aus den Aufnahmen werden professionelle, kurzweilige Videos produziert. Unter Nutzung des Multiplikatoreneffekts streuen wir, Sie, die anderen Teilnehmenden und ein Netzwerk verschiedener Wisskomm-Organisationen die Clips anschließend auf Social Media und schaffen so größtmöglichen Impact für die vorgestellten Projekte.

Wir bitten um Voranmeldung für das Angebot an info@streitkultour.de. Wir freuen uns auf inspirierende Gespräche und spannende Projekte!

12.30–13.30 Uhr Registrierung und Imbiss

13.30–14.30 Uhr Auftakt und Begrüßung

14.30–15.15 Uhr Pause mit Speed Dating

15.15–16.45 Paralleles Programm (Sessions bis 16.30 Uhr)

Wissenschaftskommunikation im Kontext des Kriegs gegen die Ukraine (ENTFÄLLT)

Moderation: Dr. Stefanie Orphal, Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS)
Session, 75 Minuten
15.15–16.30 Uhr

Im Zusammenhang mit Russlands Krieg gegen die Ukraine stehen Wissenschaftler*innen, die zur Politik, Kultur und Gesellschaft Osteuropas forschen, verstärkt in der Öffentlichkeit. Sie erleben dabei einen großen Informationsbedarf in Politik und Medien und sind mit einer Debatte in den (sozialen) Medien konfrontiert, die von Zuspitzungen, politischer Polarisierung und gezielter Desinformation geprägt wird. Die Session geht mit zwei Osteuropa-Expert*innen der Frage nach, welche Erfahrungen sie mit Wissenschaftskommunikation im Kontext des Kriegs gemacht haben, ob sich ihr Selbstverständnis als kommunizierende Wissenschaftler*innen verändert hat, wo sie die Grenze zum Aktivismus ziehen und wie sie ihre wissenschaftliche Arbeit mit ihrem persönlichen Engagement in Einklang bringen.

Referent*innen:
Dr. Franziska Davis, LMU München
Prof. Dr. Gwendolyn Sasse, Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS)

Vielfalt statt Einfalt: Wie steht es um die Diversität in der Wissenschaftskommunikation?

Moderation: Dr. Harald Wilkoszewski, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
Session, 75 Minuten
15.15–16.30 Uhr

Demokratie braucht Debatte, und Debatte braucht Diversität. 22 Millionen Menschen in Deutschland haben einen sogenannten Migrationshintergrund, das sind 27 Prozent der Bevölkerung. Und es gibt weitere Vielfaltsdimensionen, die bei der grundlegenden Frage nach der Gestaltung unserer Debattenkultur wichtig sind: Gender, sexuelle Orientierung, soziale und regionale Herkunft, Grad der Behinderung. Es gibt Nachholbedarf bei Diversität in der Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation um einen Beitrag zur modernen Debattenkultur zu leisten. Das Panel mit Vertreter*innen aus Wissenschaft, Wissenschaftskommunikationspraxis und Journalismus schaut aus verschiedenen Perspektiven auf die offenen Baustellen sowie gute Beispiele für Diversität in der Wissenschaftskommunikation.

Referent*innen:
Dr. Stéphane Kenmoe, Universität Duisburg-Essen
Jörg Weiss, congressa
Zeynep Demir, Universität Bielefeld

DialogWerkstatt: (d)eine pluralistische Haltung kultivieren und praktizieren

Moderation: Isabell Harstick, Fachhochschule Bielefeld
Interaktives Format, 90 Minuten
15.15–16.45 Uhr

Die DialogWerkstatt soll Raum bieten, der Dialogphilosophie Martin Bubers zu begegnen. Aus ihr ergibt sich die dialogische Haltung, welche den Teilnehmenden interaktiv nähergebracht werden soll. Wer eine dialogische Haltung einnimmt, nähert sich jener Pluralität an, welche demokratisch gefordert ist und die in der Umsetzung sehr herausfordernd sein kann. Ziel der DialogWerkstatt ist es, dieser Komplexität Raum zu geben und plurales Denken, Verstehen, Sprechen und Respektieren konkret zwischenmenschlich zu üben. Dabei geht es um Fragen wie: Inwiefern verändert sich durch die Beachtung der Dialogregeln die Kultur des Debattierens? Wie lässt sich dialogisch konstruktiv streiten?

Konstruktiver Umgang mit kritischen User*innen-Kommentaren auf Social Media

Moderation: Rune Miram und Dr. Mathias Jaudas, Universität der Bundeswehr München
Interaktives Format, 90 Minuten
15.15–16.45 Uhr

Effektives Community-Building ist entscheidend für den Erfolg von WissKomm-Projekten auf Social Media. Doch gerade der Umgang mit negativen Reaktionen stellt oft eine Herausforderung dar. In diesem Workshop erkunden wir, wie man auf kritische User*innen-Kommentare konstruktiv, wertschätzend und authentisch reagiert. Dazu werden in einem ersten Schritt  kommunikations- und konfliktpsychologische Kommunikationsansätze präsentiert, um aus diesen praktische Handlungsempfehlungen abzuleiten. In interaktiven Übungen können die Teilnehmenden diese Techniken an konkreten Beispielen anwenden und gemeinsam diskutieren. Der Workshop richtet sich an alle Wissenschaftskommunikator*innen, die ihre Community-Building-Fähigkeiten verbessern möchten.

Wissenschaftskommunikationsforschung für die Praxis: Dialog und Reflexion

Moderation: Dr. Bernhard Goodwin, LMU München; Dr. Friederike Hendriks, TU Braunschweig; PD Dr. Andreas M. Scheu, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften; Dr. Niels Mede, Universität Zürich
Interaktives Format, 90 Minuten
15.15–16.45 Uhr

Es ist unabdingbar, die Verbindung von Wissenschaftskommunikationsforschung und -praxis persönlich wie inhaltlich zu stärken. Ausgehend von Studien aus der Fachgruppe Wissenschaftskommunikation der DGPuK will der Workshop Schwerpunkte, zentrale empirische Erkenntnisse und aktuelle Debatten und Forschung diskutieren und Praxisimplikationen reflektieren. Darauf aufbauend wird gemeinsam über Implikationen für die Praxis reflektiert. Dabei soll es konkret darum gehen, was die Praxis umtreibt: Themenwahl, Vermittlungsmethoden, Evaluationsinstrumente, gesellschaftliche Rolle von Wissenschaftskommunikation. Gemeinsam sollen so Fragestellungen für die Forschung entwickelt und Partnerschaften für konkrete Projekte angestoßen werden.

16.45–17.15 Pause

17.15–18.45 Uhr Paralleles Programm (Sessions bis 18.30 Uhr)

Preisverleihung an Armin Maiwald: Lorenz-Oken-Medaille der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ)

Begrüßung und Preisübergabe: Prof. Dr. Heribert Hofer, Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte
Moderation: Prof. Dr. Michael Dröscher, Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte       
Laudatio: Ralph Caspers, Fernsehmoderator und Autor 
Impulsvortrag: Armin Maiwald, Autor, Regisseur und Fernsehproduzent (u.a. „Sendung mit der Maus“)
Preisverleihung, 60 Minuten
17.15–18.15 Uhr

Die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte verleiht die Lorenz-Oken-Medaille an Dr.-Ing. h.c. Armin Maiwald, für seine beeindruckende Weise, jungen Menschen in informativen und kindgerechten Beiträgen grundlegende Sachverhalte nahezubringen. In vielen Jahrzehnten als Moderator der „Sendung mit der Maus“, als Regisseur von Kinderfilmen und als Autor hat er mehrere Generationen von Kindern mit spannenden Beiträgen aus dem täglichen Leben, der Technik und den Naturwissenschaften begeistert. Lorenz Oken hatte im Jahr 1822 die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte gegründet, um den freundschaftlichen Austausch zwischen Naturforscher*innen und Ärzt*innen sowie zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern. Mit seinem erfolgreichen Einsatz um die Kommunikation zwischen Wissenschaft und insbesondere jungen Menschen ist Armin Maiwald ein würdiger Träger der Lorenz-Oken-Medaille.

Wissenschaft vs. Medien? Komplexe Schnittstellen in der Analyse des Krieges gegen die Ukraine

Moderation: Julian Koller und Alexandra Sitenko, te.ma; Leonid Klimov, dekoder; Prof. Dr. Gwendolyn Sasse, Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS)
Interaktives Format, 90 Minuten
17.15–18.45 Uhr

Wissenschaft und Journalismus beschäftigen sich derzeit intensiv mit dem russischen Krieg in der Ukraine. Im Hinblick auf Fragestellung, Komplexität, Umfang und Tempo unterscheiden sich beide Systeme dabei immens – und stehen mitunter vor scheinbar unüberwindbaren Gegensätzen. Vor diesem Hintergrund sollen Beispiele (hybrider) Ansätze und Formate als Input gegeben sowie in einer Fishbowl verschiedenen Fragen nachgegangen werden: Welche aktive Rolle kann die Wissenschaft in medialen Diskursen bei einem so komplexen und sensiblen Thema wie Krieg spielen? Welche Debatten laufen ohne Input aus der Forschung ins Leere? Wie reagiert die Wissenschaft auf das hohe Nachrichtentempo? Und was bedeutet eine innovative Verknüpfung von Forschung und Medien?

Von Konsens bis Kontroverse – was kann eine diskurssensible Wissenschaftskommunikation bieten?

Moderation: Inga Dreyer und Thomas Heintz, Karlsruher Institut für Technologie; Julia Wigger, Wissenschaft im Dialog; Astrid Schulz, RWTH Aachen
Interaktives Format, 90 Minuten
17.15–18.45 Uhr

Wissenschaftskommunikation prägt den öffentlichen Diskurs maßgeblich mit. Welche Hürden und Missverständnisse dabei entstehen können, ist spätestens mit der Coronapandemie klar geworden: Wissenschaftliche Erkenntnisse sind nicht statisch und die Konsentierung von Wissen ist geprägt von Debatten. Zudem geht es in Diskursen über Wissenschaft oft nicht nur um Wissensvermittlung, sondern gleichermaßen um Interessen und Werte. Das Forschungsprojekt „DiPubHealth“ erprobt mit einer diskurssensiblen Gesundheitskommunikation, wie Wissenschaftskommunikation beschaffen ist, die das Potenzial zur Polarisierung berücksichtigt. In einem World Café soll anhand erforschter Fallstudien erkundet werden, wie eine diskurssensible Kommunikation bei kontroversen und nicht-kontroversen Themen aussehen kann.

„BLICK IN DIE PRAXIS“ Block 1

Moderation: Linn Jördens, Wissenschaft im Dialog
Vortragsrunde, 90 Minuten
17.15–18.45 Uhr

Das Vergleichen: Wissenschaft trifft Fußball – Fußball trifft Wissenschaft
Referent*in: Dr. Marina Böddeker, Universität Bielefeld 

Mitarbeitende des SFB 1288 „Praktiken des Vergleichens“ tauschen sich aus mit Mitgliedern des DSC Arminia Bielefeld: Es geht um die Erforschung von Vergleichspraktiken, die mehr sind als eine vermeintlich objektive wissenschaftliche Methode. Konkret untersucht werden die gesellschaftlichen und kulturellen Ursachen sowie die Verfahren und Wirkungen des Vergleichens. Mit dem Beitrag soll gezeigt werden, dass ganz verschiedene Bereiche durch neu gewonnene Einblicke voneinander lernen und profitieren können. Außerdem wird erläutert, wie durch den direkten Austausch sowie Kooperationen mit externen Partner*innen neue Zielgruppen und Reichweite generiert werden können, sich neben den Chancen aber auch (kommunikative) Herausforderungen ergeben.

Über Wald sprechen wo keiner mehr ist – Freiflächen als Kommunikationsplattform
Referent*in: Dr. Carolin Maier, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt

Die Wetterextreme der Jahre 2018 bis 2021 machen die Folgen des Klimawandels auch hier in Deutschland deutlich sichtbar. Besonders offensichtlich sind die Auswirkungen durch Veränderungen in unseren Wäldern: Große Flächen sind durch Trockenheit und Borkenkäferbefall abgestorben. Ziel der Präsentation ist es, Ideen und Vorschläge zu diskutieren, wie Waldbegänge zum Thema „Wald im Klimawandel“ unter Einbindung von klimaveränderten Flächen gestaltet werden können, um einen Austausch zwischen Forstakteur*innen und Bürger*innen zu fördern und das Bewusstsein für Klimawandelfolgen zu stärken.

Katalysator für einen Kulturwandel? Das ganzheitliche Lernmodell der „Collaborative Futures Academy“
Referent*in: Jana Wendler, Berlin School of Public Engagement and Open Science

Die jährlich stattfindende „Collaborative Futures Academy“ (CFA) richtet sich an Forscher*innen und Praktiker*innen, die die Grenzen ihrer Engagementpraxis erweitern wollen. Das Programm wird von 5 internationalen Partnerinstitutionen ausgerichtet und beschäftigt sich mit einem Themenschwerpunkt –2023: Ethics and Equity. Erfahrungsaustausch und Peer-Learning stehen im Mittelpunkt, unterstützt von Masterclasses, kreativen Workshops und Mentoring. Dieser Beitrag geht der Frage nach, inwieweit das dialogische CFA-Modell einen Kulturwandel hin zu einer inklusiveren und gesellschaftlich relevanten Forschung voranbringen kann. Reflektiert wird das Potenzial dieses Lernmodells zur Stärkung einer Engagement Community, im lokalen und internationalen Kontext, sowie die Bedeutung eines gemeinsamen Blickwinkels für die Entwicklung individueller Strategien für die Praxis.

Keine Angst vor Fragen! Ein Coaching-Programm für den Dialog mit der Zivilgesellschaft
Referentin: Alexandra Goßner, Fraunhofer-Zukunftsstiftung

Beim Crowdfunding-Wettbewerb „ScienceForGood 2022“ der Fraunhofer-Zukunftsstiftung galt es, möglichst viele Menschen für Forschungsprojekte zu begeistern und zum Spenden zu bewegen. Sechs Teams aus Wissenschaftler*innen und Kommunikator*innen stellten sich dem Votum der Zivilgesellschaft und dem öffentlichen Diskurs. Für die Vorbereitungsphase wurde ein Coaching-Programm entwickelt, das den teilnehmenden Teams Grundlagen zur Gestaltung der Kommunikationskampagnen vermittelte, und sie auf den Dialog mit der Zivilgesellschaft vorbereitete. Dieser Praxisbericht stellt das Coaching-Programm vor und teilt die gemachten Erfahrungen. Welche Hürden waren zu überwinden? Was sollte bei einer Neuauflage verbessert werden? Und nicht zuletzt: Was trug bei zu Teamgeist und gegenseitiger Unterstützung?

DocColloq-Konferenz – WissKomm als Fokus einer Tagung für Nachwuchswissenschaftler*innen
Referent*in: Tim Hartelt, Universität Kassel

Fachkonferenzen sind ein häufiger Ort, an dem ein Austausch über Wissenschaft unter Fachleuten stattfindet. Oft beschränken sich Konferenzen auf eine Disziplin, haben ein klar umrissenes Thema und bevorzugen etablierte Wissenschaftler vor dem wissenschaftlichen Nachwuchs. Die Interdisziplinäre Graduiertenkonferenz des DocColloqs richtet sich hingegen ausschließlich an Nachwuchswissenschaftler*innen und bietet einen Austausch über Fachgrenzen hinweg. Wissenschaftskommunikation findet hier zwischen Nachwuchswissenschaftler*innen statt, welche im Expertise-Bereich der Anderen Laien sind. Zudem findet auf einer Metaebene eine Reflexion über gelungene Wissenschaftskommunikation anhand der vorgestellten Forschungsprojekte sowie während Keynote-Vorträgen und Workshops mit Fokus auf Wissenschaftskommunikation statt. Möglichkeiten zum Erwerb von Kompetenzen für Wissenschaftskommunikation kommen in der Promotionsphase ansonsten häufig zu kurz, obwohl Wissenschaftskommunikation einen immer höher werdenden Stellenwert für Wissenschaftler*innen einnimmt und auch für den wissenschaftlichen Nachwuchs bereits eine Kernkompetenz darstellen sollte. Fokus der Konferenz – ehrenamtlich organisiert vom DocColloq-Team, bestehend aus Nachwuchswissenschaftler*innen der Universität Trier – ist daher, im Austausch mit anderen Nachwuchswissenschaftler*innen selbst Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten, wie die eigenen Forschungsprojekte in der Öffentlichkeit kommuniziert werden können.

Zivilgesellschaft in der Wisskomm – Praxisbericht eines Citizen-Science-Wettbewerbs
Referent*in: Gesine Heinrich, Museum für Naturkunde Berlin

Gemeinsam forschen und kommunizieren: Eine tragende Rolle können dabei zivilgesellschaftliche Organisationen einnehmen. Aus der Verbindung gesellschaftlicher Initiativen und wissenschaftlicher Forschungsprozesse können neuartige Möglichkeiten für die Wissenschaftskommunikation entstehen. Auf Basis der Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Begleitforschung des Wettbewerbs „Auf die Plätze! Citizen Science in deiner Stadt“ adressiert der Beitrag die Fragen: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft in Citizen Science? Welche Chancen und Herausforderungen bringen zivilgesellschaftliche Akteur*innen für die Wissenschaftskommunikation mit sich? Und wie gelingt eine gute Ansprache und langfristige Einbindung zivilgesellschaftlicher Organisationen?

„BLICK IN DIE FORSCHUNG“ Block 1

Moderation: Liliann Fischer, Wissenschaft im Dialog
Vortragsrunde, 90 Minuten
17.15–18.45 Uhr

Was Praktiker*innen von der Wisskomm-Forschung wissen wollen – Ergebnisse einer Befragung
Referent*in: Lisa Mertin, Wissenschaft im Dialog

Das Projekt „Transfer Unit“ möchte der Praxis der Wissenschaftskommunikation den Zugang zu Erkenntnissen der Wissenschaftskommunikationsforschung erleichtern. Um herauszufinden, welche Fragen relevant für die Praxis sind, hat die „Transfer Unit“ eine Befragung unter Praktiker*innen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass diese besonders daran interessiert sind, mehr über die Wirkung ihrer Kommunikation, ihre Zielgruppen und aktuelle Herausforderungen wie Hate Speech zu erfahren. In der Präsentation sollen Einblicke in die Ergebnisse gegeben und erläutert werden, welche Schritte die „Transfer Unit“ unternimmt, um einige der identifizierten Fragen zu beantworten.

Was bedeutet der Einsatz von KI-Anwendungen für das Vertrauen in die Wisskomm?
Referent*in: Dr. Matthias Begenat, Center for Advanced Internet Studies (CAIS)

Spätestens mit ChatGPT sind die Fortschritte der KI für alle sichtbar geworden. Bereits jetzt ist eine Vielzahl von Anwendungen nutzbar: Mit Chatbots, Bildgeneratoren und Text-to-Video-Tools lassen sich Inhalte erstellen, die zugleich faszinieren und irritieren. Der KI-Einsatz hat Implikationen für Selbstverständnis und Qualitätsstandards. Wie steht es um das Vertrauen in synthetische Inhalte? Wie wird der KI-Einsatz die Wissenschaftskommunikation insgesamt verändern? Das große Potenzial geht auch mit Risiken einher und nicht zuletzt das Vertrauen, das in der Beziehung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zentral ist, wird herausgefordert. Daher bedarf es neuer Qualitätskriterien für einen verantwortungsvollen KI-Einsatz, um die Integrität der Wissenschaftskommunikation zu schützen.

Sprachforschung erlebbar machen: Erträge eines Citizen-Science-basierten Ausstellungsexponats
Referent*in: Franziska Kretzschmar, Leibniz-Institut für Deutsche Sprache

Empirische Linguistik arbeitet mit Daten aus Sprachkorpora, Umfragen und Experimenten, um Aussagen über Struktur und Gebrauch einer Sprache zu machen. Wie erreicht man dabei eine ausgewogene und repräsentative Datenbasis? Wie kann Wissenschaftskommunikation bei der Aktivierung von Sprecher*innen helfen, deren Sprache in Forschungsdaten unterrepräsentiert ist? 2022 wurde ein interaktives Exponat für die MS Wissenschaft entwickelt, bei dem Besucher*innen Eingaben zu Sprachäußerungen, Spracheinstellungen oder Verhaltensweisen machen sollten, die hinsichtlich der Responsivität der Zielgruppe und ihres Informationsgehalts für empirische linguistische Forschung ausgewertet wurden. Die Auswertung zeigt, dass interaktive Wissenschaftskommunikation gut mit Datenerhebung kombinierbar ist.

18.45–19.15 Uhr Pause und Transfer zur Wissenswerkstadt

19.15–21.45 Uhr Abendveranstaltung Wissenswerkstadt

Das Programm für Donnerstag, den 16. November finden Sie hier: Donnerstag, 16. November

Das Programm für Freitag, den 17. November finden Sie hier: Freitag, 17. November

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